Preis-Leistungs-Tipp Nr. 1: Das Buck Vantage Arvid ist die erste Empfehlung einer kleinen Serie von Messervorstellungen, bei denen man ausgesprochen „viel Messer“ für vergleichsweise kleines Geld bekommt. Beim Vantage handelt es sich um ein 2009 eingeführtes Linerlock-Messer mit eher moderner Optik des amerikanischen Traditionsunternehmens, dass vor allem für seine Klassiker bekannt ist.
Zur Vantage-Serie gehören insgesamt 4 Modelle, wobei sich die drei Großen nur durch die eingesetzten Materialien unterscheiden. Sortiert vom Einfachen zum Höherwertigen wären das die folgenden Messer:
- Buck Vantage Select – Stahl: 420HC, Griffmaterial: Glasfaserverstärktes Nylon
- Buck Vantage Avid – Stahl: Sandvik 13C26, Griffmaterial: Charcoal Dymondwood
- Buck Vantage Pro – Stahl: S30V, Griffmaterial: G10
Die Handelspreise in Deutschland sind ca. 45 € für das Select über ca. 60 € für das Avid bis ca. 85 € für das Pro.
Das vierte Messer der Serie ist das, Buck Vantage Select Small, welches von den Materialien dem Buck Vantage Select entspricht, aber mit einer Klingenlänge von ca. 65 mm eine Nummer kleiner ausfällt.
Materialien
Vorgestellt werden soll hier das „mittlere Modell“ Avid. Der Stahl 13C26 des schwedischen Herstellers Sandvik hat es in den Marketing-Darstellungen der Hersteller noch nicht in die Riege der „High-End-Stähle“ gebracht. Bei vielen Nutzern hat er sich jedoch hinsichtlich erreichbarer Schärfe, Schärfbarkeit und Schnitthaltigkeit einen guten Namen gemacht und wird unter anderem auch bei Kershaw eingesetzt. Die Wärmebehandlung für Buck besorgt Paul Bos, der sich u.a. als Härter der Strider-Messer einen Namen gemacht hat, und in den USA ein eigenes Qualiäts- und Markenzeichen darstellt.
Bei Dymondwood handelt es sich um teilweise gefärbte Hartholzfuniere, die mit Harz unter Druck und Hitze verklebt werden. Charcoal (= Kohle) steht dabei für die braun-graue Farbgebung. Auf diese Weise entsteht eine attraktive und lebhafte Holzoptik bei gleichzeitig höherer Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit. Glanz und Haptik des Materials entsprechen jedoch stark der von Kunststoff. Bekennende Holzliebhaber wird das stören.
Aber auch wenn die Materialien des Vantage Pro die klangvolleren Namen besitzen. Unter Preis-Leistungs-Gesichtspunkten macht mit dem Avid nichts falsch.
Maße und Schneidleistung
Die drei großen Vantage-Messer verfügen über die folgenden Maße:
- Klingenlänge: ca. 80 mm
- Gesamtlänge: ca. 193 mm
- Klingenstärke: ca. 3 mm
Mit einem ausgeprägten Hohlschliff wird die Klinge vergleichsweise dünn auf ca. 0,5 mm über der Schneidfase ausgeschliffen. Auf diese Weise ergeben sich für die meisten alltäglichen Aufgaben sehr gute Schneideigenschaften. Wegen der vergleichsweise breiten Klinge werden beispielsweise Äpfel trotz des ausgeprägten Hohlschliffs geschnitten und nicht gespalten. Erst bei einer dicken Möhre gerät man hier an die Grenzen. Ausgeliefert wurde das Messer mit hervorragender Schärfe und rasierte mühelos.
Handlage und Handling
Verstärkt wird dieser angenehme Eindruck durch die sehr gute Handlage des Messers. Dezente Schwünge und wenig ausgeprägte Mulden ermöglichen Flexibilität beim Greifen. Durch den Fingerschutz vorn entsteht ein sicheres Gefühl, ohne dass dieser das sonstige Handling stark einschränken würde. Positiv bemerkbar macht sich der Verzicht auf einen Daumenrampe. Eine Kurve im Klingenrücken erfüllt die gleiche Funktion haptisch angenehmer.
Wegen länglichen Daumenlochs, aber auch wegen der Klingenform insgesamt erinnert das Vantage stark an das Buck/Mayo TNT welches wiederum relativ stark an das Custom TNT von Tom Mayo angelehnt ist.
Dieses Daumenloch, welches beim geschlossenen Messer recht dicht am Griff liegt und daher auf dem ersten Stück des Öffnungsweges nur unbequem zu erreichen ist, ist jedoch nur eine der beiden möglichen Öffnungsvarianten. Die zweite besteht in der Möglichkeit, dass Messer „aufzuflippen“.
Der daher „Flipper“ genannte Klingenvorsprung, der im geöffneten Zustand gleichzeitig den Fingerschutz darstellt, ragt aus dem Griffrücken, so dass man der Klinge mit dem Zeigefinger Schwung geben kann. Da der Flipper beim Vantage jedoch vergleichsweise kurz ausfällt und die die Klinge nicht allzu leicht läuft, reicht der Schwung mit dem Zeigefinger nicht aus, um das Messer bis zum Anschlag zu öffnen. Vielmehr schiebt man die Klinge nur über den Widerstand des Detent Balls. Den Rest muss dann ein leichter Schwung aus dem Handgelenk erledigen.
Konstruktion
Damit der Flipper freie Bahn hat, kann die übliche Form des Klingenanschlags mit einer Achse zwischen den Platinen nicht zum Einsatz kommen. Buck hat das Problem (wie andere zuvor auch) über einen innenliegenden Klingenanschlag gelöst (siehe Fotos). Zwei Stifte an der Klingenwurzel laufen in einer halbkreisförmigen Aussparung rund um die Klingenachse. Diese Stifte schlagen sowohl in der geöffneten als auch in der geschlossenen Position am Ende der Aussparung sicher und ohne Spiel an.
Für die Fixierung des formschönen und angenehm dezenten Clips hat Buck eine interessante Variante gefunden. In den massiven Metall-Spacer am Griffende wurden zwei Gewinde geschnitten und der Clip von „hinten“ verschraubt. Auf diese Weise kann das Messer tief und unauffällig in der Hosentasche verschwinden. Gleichzeitig ist der Seitenwechsel für Linkshänder so leicht und ohne zusätzliche Bohrungen möglich.
Ein Loch als Öffnungshilfe erhöht die Tauglichkeit als Linkshänder-Messer. Leider wird dieses Loch jedoch auf der linken Seite etwas durch die Feder des Locks verdeckt. An das Handling des Liner Locks selbst haben sich viele Linkshänder sicherlich schon gewöhnt. Statt die Feder hinter der Klingenwurzel weg zu drücken muss man sie halt mit dem Daumen wegziehen.
Verarbeitung
Das Messer ist insgesamt gut verarbeitet. Platinen, Griffschalen und Spacer sind zwar nicht hundertprozentig deckungsgleich und es gibt im Rahmen der Fertigungstoleranzen kleinere Überstände. Da alle Teile jedoch sauber entgratet und teilweise leicht gerundet sind, fällt das im alltäglichen Handling nicht negativ auf.
Geringfügig schwerwiegender war das Problem, dass die Klinge im geschlossenen Zustand nicht genau zentriert zwischen den Platinen saß und im geöffneten Zustand leichtes, horizontales Spiel aufwies. Hier genügte es jedoch, die Klingenachse mit dem einem Torx 6- Schraubendreher etwas fester anzuziehen und beide Probleme waren gleichzeitig behoben.
Das größte Problem im Auslieferungszustand war der Linerlock selbst. Öffnete man das Messer manuell ohne Flippern nur mit dem Daumenloch, muss man die Klinge schon mit Schwung und Nachdruck gegen den Anschlag bewegen, damit die Feder hinter die Rampe an der Klingenwurzel schwang. Zu zaghaft geöffnet, verriegelte das Messer kaum und war mit leichtem Druck wieder einzuklappen. Aber auch dieses Problem hat sich nach eine Reihe von Öffnungsvorgängen eingestellt. Das Messer ist jetzt „eingespielt“
Fazit
Dank der positiven Reviews im Messerforum ist das Buck Vantage sicherlich keinen Geheimtipp mehr. Sehr gute Handlage, praktische Klingenform, sehr gute Schneideigenschaften und gute Materialien ergeben ein rundweg gutes Messer. Angesichts der kleineren Verarbeitungsmängel des hier getesteten (Montags-?) Modells ist das Messer sicher nicht als perfekt zu bezeichnen, aber hinsichtlich des Preis-Leistungsverhältnisses handelt es sich trotzdem um eine klare Empfehlung.






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2. Mai 2010 um 10:25
[...] Messer gibts nicht irgendwo einen negativen Bericht: Revision: Buck Vantage Avid – MesserForum.net Vorstellung: Buck Vantage Avid|Ferronauten Als Stahl gibts 420HC Sandvik 13C26 S30V __________________ The best peace of gear is that makes [...]
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