In meinem Testbericht über das Benchmade TiPika war die Griffform mit dem „Höcker” am kleinen Finger einer der Hauptkritikpunkte. Da mir das Messer sonst aber gut gefallen hat, muss man das ja nicht unverändert hinnehmen. Gut wenn man Freunde mit einer Werkstatt hat.
- Mit Hilfe von Skizzen hatte ich vorab bereits die neue Griffform festgelegt. Mit Edding habe ich diese freihändig auf die Griffschalen übertragen.
- Am horizontal laufenden Bandschleifer habe ich mit 160er Band am kleinen Kontaktrad die neuen Griffkonturen geschliffen. Dabei war das Messer weiterhin montiert, so dass beide Schalen gleichzeitig bearbeitet werden konnten und automatisch die gleiche Form erhielten.
- Anschließend wurde das Messer mit Schutzbacken in den Schraubstock eingespannt. Mit einer kleinen Feile habe ich an dem neu konturierten Stück des Griffes die Fase wieder angebracht, die sich ringsherum zieht. Zwischendurch habe ich die Optik der Fase immer wieder überprüft, in dem ich einen schmalen Streifen Schleifleinen über den Griffgezogen haben. Feiner geschliffen ist die Übereinstimmung mit der restlichen Fase optisch leichter zu erkennen. Auch bei diesem Arbeitsschritt war das Messer montiert, so dass keine Gefahr bestand, die Griffschalen versehentlich innen abzurunden.
- Nach dem ich mit der Form der Fase zufrieden war, habe ich den Griff noch einmal gründlich mit Schleifleinen bearbeitet. Da das Messer anschließend sandgestrahlt werden sollte, musste hier nur so fein gearbeitet werden, dass die querlaufenden Feilenspuren nicht mehr zu erkennen sind.
- Um das Messer nicht aufwändig abkleben zu müssen, wurde es für die Sandstrahlkabine demontiert. Hierfür benötigt man zwei 10er Torx-Schraubendreher für die Klingenachse und zwei 6er-Torx-Schraubendreher für die restlichen Schrauben. Mit dem zweiten Schraubendreher wird dabei jeweils die gegenüberliegende Schraube gekontert, da sie sonst mit dreht. Als einzige Schraube ist die, die den Hammer der Klingensicherung fixiert, mit Loctite gesichert. Diese sollte leicht erwärmt werden, bevor man sie löst, um den Schraubenkopf zu schonen. Bei der Demontage muss weiterhin beachtet werden, dass die Feder unter Spannung steht und gemeinsam mit anderen Kleinteilen wegspringen kann, sobald sie nichts mehr hält. Darüber hinaus sollte man alle Kleinteile gut sortiert ablegen, um sie anschließend wieder an der richtigen Stelle einsetzen zu können.
- Jetzt werden die demontierten Griffschalen sandgestrahlt. Wichtig ist hier nur die Bewegungen mit dem Sandstrahl möglichst gleichmäßig durchzuführen und tatsächlich die gesamte Oberfläche zu bearbeiten.
- Da der Backspacer ebenfalls aus Titan ist, könnte man diesen farbig anodisieren. Auch eine Filework-Verzierung wäre denkbar. Ich habe mich jedoch dafür entschieden, den Backspacer einfach nur zu polieren. Dazu wurde der Backspacer gemeinsam mit den Bronze-Spacern mit Hilfe von Spannzangen festgehalten und mit Paste am Bock poliert. Wenn man kräftige Hände hat, geht das – deswegen benötigte ich hier die tatkräftige Unterstützung von Dirk.
- Anschließend kann das Messer montiert werden. Zu beachten ist dabei, dass der kleine Metallstift, der das Gegenlager der Feder darstellt, sauber in den Vertiefungen der Griffschalen steckt. Bei der Montage musste ich ebenfalls auf die Erfahrung von Dirk zurückgreifen. Zuerst haben wir die Griffschalen mit allen Einzelteilen lose montiert. Dann erst wurde die Klinge zwischen die Schalen geschoben und dabei die Feder unter Spannung gebracht. Fummelig ist das Ganze insbesondere wegen der Washer, die leicht verrutschen. Aber mit etwas Geduld und Geschick bekommt die Klingenachse eingesetzt.
- Abschließend muss nur der noch der Klingengang an der Achsschraube jusitiert werden, dann ist das Messer fertig. Die Handlage hat sich dabei meiner Meinung nach deutlich verbessert. Die matten Griffschalen und der polierte Backspacer ergeben einen sehr schönen Kontrast. Mit dem Ergebnis bin ich voll zufrieden.
Leider haben wir nicht von jedem Arbeitsschritt ein Foto gemacht. Aber die folgenden Bilder vermitteln zumindest einen Eindruck. An dieser Stelle möchte ich noch einmal herzlich Dirk danken, der mir als Werkstattneulingen alles Wichtige zeigte und erklärte, damit ich die Arbeiten selbst durchführen konnte.


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