nene, das ist jetzt kein Werbeartikel der Post oder der Wunschkartenindustrie ,)
Als oller Schreiberdreher unter den Ferronauten habe ich mal die Fertigung eines einfachen Kugelschreibers versucht zu dokumentieren. Das Prinzip der im Handel üblich erhältlichen Schreiberbausätze ist recht identisch und eigentlich auch einfach.
Zuerst sucht man sich passende Kanteln, die praktischerweise quadratisch zugeschnitten sind. Diese werden dann auf die entsprechende Größe der Messinghülse abgelängt.
Nun wird der Rohling zum Bohren entweder auf die Drechselbank (entsprechend lange Backen am Futter vorausgesetzt) gespannt oder natürlich kann auch die Ständerbohrmaschine genutzt werden. Nun wird zentrisch ein Loch gebohrt. Der Bohrer sollte 2-3 Zehntel größer sein als der Durchmesser der Messinghülse um noch etwas Platz für den Kleber zu haben.
Die vorgebohrte Kantel wird jetzt mit der Messinghülse verklebt. Dazu wird mittelviskoser Sekundenkleber mit einer Drehbewegung in den Penblank gegeben. Dann die Hülse in den Penblank geschoben. Trödeln sollte man hier freilich nicht und vorher sollte das Ganze auf Passung kontrolliert worden sein ,).
Am nächsten Tag, solange sollte man den Kleber aushärten lassen, wird der Penblank auf der Drechselbank eingespannt und der Holzüberstand bis auf die Messinghülse heruntergedreht. Nun kommt eine sogenannte Mandrel zu Einsatz, auf die der Penblank mittels Abstandshaltern, sogenannten Bushings, gespannt wird.
Der Rohling wird jetzt erst einmal rund gedreht. Wer beim Bohren die Mitte nicht getroffen hat, hat nun noch die Möglichkeit das zu “begradigen”. Dazu einfach den rund gedrehten Rohling nochmal ins Futter einspannen und die Hirnseiten plan drehen. Spätestens beim zusammenpressen des fertigen Stiftes würde sich die verlaufene Bohrung rächen und es tun sich hässliche Spalte auf.
Der Penblank wird nun fertig gedreht, dabei kann man noch Formen einfließen lassen oder macht ihn schlichtweg gerade. Das orientiert sich natürlich an der Gesamtlinie des Schreibers und nicht zuletzt am eigenen Geschmack. Mein Lieblingswerkzeug ist hier ein Halbrundmeißel. Beim letztendlichen Schleifen arbeite ich bis mind. Körnung 600. Als Oberflächenbehandlung haben sich in meiner Praxis nur Öl oder Ballenmattierung herauskristallisiert. Wachs und Schellack haben sich aufgrund der Wasserunverträglichkeit als völlig unbrauchbar erwiesen.
Nachdem nun alles fertig gedreht, geschliffen und poliert ist muss der Schreiber nun noch verpresst werden. Ich benutze hier eine Drehdornpresse. Das gestaltet sich bei diesen Schreiber sehr einfach, da er nur eine Hülse hat.
Demnächst beschreibe ich noch mal einen Füllfederhalter.
Weitere Schreibgeräte gibt es übrigens auf meiner Homepage www.woodvisions.de zu sehen.






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