Ohja ich bin verliebt =) …. zugegeben, das klingt schon ziemlich beknackt. Irgendwie. Um das mal zu erklären, Eibe ist mein absoluter Lieblingsbaum. Betörend schön kann sie sein und furchtbar zickig gleichermaßen. Wild und sanft zugleich. Ihr verdanke ich sowohl den Aufenthalt in einer Augenklinik nachts um 0:30 Uhr aber auch einige dieser ganz besonderen Momente.
Ihr merkt schon, ich habe einen leichten Hau, wenn’s um Eibe geht ,) . Vielleicht ist es auch diese Zwiespältigkeit, dieses manchmal zähe ringen um ein Ganzes, was diese besondere Anziehung und Faszination für mich ausmacht.
Wie sagte neulich Micha, einer meiner Kombattanten, ….”ach hör bloß auf, für Eibe würdest du doch töten”, was natürlich nicht stimmt …. Unrecht hat er allerdings gewissermaßen auch nicht ,)
Nun zur eigentlichen Geschichte:
Vor einigen Wochen waren Michael und ich unterwegs, um Regalbretter mit Naturkante für das entstehende Ferox-Atelier zu besorgen. Unser Weg führte uns zu einem örtlichen Holzhändler, wo wir fündig wurden. “Zufällig” fiel uns ein Eibe Maser Brett ins Blickfeld. Kurzerhand war der ganze Bestand eingesackt ,)
Das größte dieser Stücke wollte ich nicht zerschneiden, welch Sünde. Also ab auf die Werkbank. Aber da gings schon los, wegen Ihrer Größe passte sie da nicht ganz rauf, aber egal. Wegen der sehr starken Verschmutzung von der jahrzehntelangen Lagerung in einer Ecke vom Holzlager ( Banausen !! ) musste ich es erst einmal hobeln. Auf Grund der Größe passierte das mit einem Handhobel, jegliche Abrichten in meinem Zugriffsbereich waren zu klein. Die entstandenen Scharten sorgten natürlich für weiteren Schleifaufwand, aber das ließ sich nicht verhindern. Wie bei Eibe üblich, sind natürlich Risse vorhanden. Diese machten mir etwas Sorgen, weshalb ich mich für eine Stabilisierung mittels 3 Leisten auf der Rückseite entschied.
Zum Abschluss noch Grundierung aufgetragen und durch mehrmaliges Ölen auf Glanz gebracht.
Nun ist dies wunderschöne Stück mit den unglaublichen Ausmaßen von 2,40m Höhe und 1m Breite Prunkstück in meinem Wohnzimmer ,)
Hier noch ein paar Infos zur Eibe:
In der keltischen Mythologie nimmt die Eibe einen ganz besonderen Platz ein, sie gilt als Tor und Übergang zur Anderswelt (das hier weiter zu erläutern würde allerdings den Rahmen sprengen). Ein interessanter Fakt sei allerdings dazu angemerkt, gerade auf sehr alten Friedhöfen findet man vermehrt ….na was wohl ,) … natürlich Eiben.
Auch in der germanischen/nordischen Mythologie nimmt die Eibe eine Schlüsselposition ein. An ihr hing Odin kopfüber und suchte das Geheimnis der Runen zu entschlüsseln. Obwohl hier Uneinigkeit besteht ist wahrscheinlicher das der Weltenbaum Yggdrasil ebenfalls eine Eibe und keine Esche ist.
Meine Position ist hier mittlerweile ganz klar ,)
Reisenden in die Anderswelt empfehle ich übrigens mal einen Aufenthalt unter einer Eibe in einer lauen Sommernacht ,)
Nun noch etwas botanisches, die Eibe (Taxus baccata) ist immergrün, wie bei Nadelbäumen üblich. Als einziger Nadelbaum enthält sie weder im Holz noch in der Rinde Harz. Auch bildet sie keine Zapfen aus. Eiben können durchaus 3000 Jahre alt werden und können dabei bis 15m groß werden. Eibe wächst sehr langsam und besitzt das härteste Nadelholz. Dabei ist es allerdings extrem elastisch, siehe englischer Langbogen. Sie gilt als hochgiftig (Taxin). Taxin ist ein Alkaloidgemisch, welches direkt auf den Herzmuskel wirkt. Insbesondere bei Tieren wie z.B. Pferden kommt es zu Todesfällen. Einzig der rote Samenmantel ist ungiftig, daraus lässt sich beispielsweise Marmelade machen (hmmm… lecker ,) ). Aber alles hat ebend zwei Seiten, auch enthalten ist Taxol, welches ein Krebshemmer ist.
Entschuldigt bitte die schlechte Farbwiedergabe auf den Werkstattbildern.
Ulf Henke

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31. Mai 2009 um 18:50
Wahnsinn! Was anderes fällt mir dazu nicht ein.
Wunderschönes Teil und die Farbeffekte sind genial. Hätt ich auch gern im Wohnzimmer stehen.
Gruß
29. Juni 2009 um 12:32
hallo ulf ,
ja , da leckst mi am arsch
(das ist höchstes bayrisches lob)
mehr geht eigentlich gar nicht !
respekt ………
ciao…..Klaus
14. Juli 2009 um 13:51
Das Holz selbst war wohl teuer.
Die Erfahrung diese Prinzessin wachzukuessen.
Unbezahlbar…
;-)
Ganz liebe Gruesse,
Barbara