Dieses Messer ist der Vorgänger des Minutia. Entwurf und Umsetzung stammen schon aus den Jahren 2006/2007. Die Testerfahrungen mit Messern wie dem Böker Subcom oder dem Mini-UDT von Microtech, hatten mir gezeigt, dass im (Büro-)Alltag eine kleine Klinge von vier bis fünf Zentimetern oft ausreicht. Für diesen Einsatzbereich wollte ich ein eigenes Messer entwerfen.
Bei den meisten kleinen Messern wird in der Regel versucht, kompakte Gesamtabmessungen mit möglichst langer Klinge zu verbinden. Dementsprechend haben diese Messer Ein-, Zwei- oder am häufigsten Dreifingergriffe. Mit diesem Kompromiss habe ich mich nie ganz anfreunden können. Mein Ansatz war daher anders herum. Der Griff sollte allen vier Fingern Platz bieten, um ein optimales Griffgefühl und optimale Kraftübertragungsmöglichkeiten zu ermöglichen. Um dennoch ein kompaktes Messer zu erhalten, musste die Klinge dementsprechend kurz ausfallen. Entstanden ist ein Messer, welches hinsichtlich von Gesamtproportionen und Schärfe stark an ein Skalpell erinnert.
Um dabei gute Schneideigenschaften zu erreichen, war es wichtig, dass die Klinge möglichst dünn ausgeführt wird. Als Macher fiel die Wahl wieder auf Jürgen Schanz, der mit seinen Küchenmessern gezeigt hatte, dass er Messer auch in „dünn” kann. Als Klingenmaterial kam Niolox (Werkstoffnummer 1.4153.03, von Jürgen Schanz SB1 genannt) zum Einsatz. Der Griff wurde aus silbernem G10 gefertigt. Die Kydex-Scheide machte mir damals bereits – noch vor Ferronauten-Zeiten – Christian Mücke.
Das Mini Medallion liegt gut in der Hand und ist schön flach, so dass es weder in der Hosentasche noch im Hosenbund oder am Gürtel groß aufträgt. Die Daumenmulde auf dem Griffrücken in Verbindung mit der Fehlschärfe macht das Messer optisch spannender und auch die Recurve-Form der Klinge trägt zum dynamischen Gesamteindruck bei. Gleichzeitig wird bei dieser Klingenform die verfügbare Schneidenlänge etwas vergrößert und das Messer für den Einsatz als Brieföffner optimiert, da das Papier des Kuverts gegen den hinten nach unten gezogenen Teil der Schneide geschoben wird.






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