Der Messername Sage steht für ein neues Projekt von Spyderco. Im Jahrestakt sollen Klappmesser an den Markt gebracht werden, die sich in Form und Größe gleichen, sich jedoch in Verschluss oder Mechanik unterscheiden. Mit diesem Vorhaben sollen wichtige Innovationen im Bereich der Klappmesser und ihre jeweiligen Erfinder gewürdigt werden. Dabei sollen möglichst die gleichen Griffmaterialien verwendet werden, die auch der jeweilige Designer nutzte.
Das erste Messer aus der Sage-Reihe wurde bereits in einem früheren Beitrag auf Ferronauten.de vorgestellt. Hier wurde als Verschluss ein LinerLock in Verbindung mit einem Detent Ball zur Sicherung der geschlossenen Klinge verwendet – eine Konstruktionsweise, die ursprünglich von Michael Walker entwickelt wurde.
Das Sage 2 richtet das Augenmerk nun auf eine Weiterentwicklung dieses Verschlusssystems durch den Messermacher Chris Reeve. Beim sogenannten Reeve Integral Lock oder auch Frame Lock fungiert eine der Griffschalen als LinerLock. Damit wurden zusätzlich eingebauten Platinen überflüssig und das Messer konnte leichter und schlanker konstruiert werden, während die Stabilität des Verschlusses erhalten oder sogar noch erhöht wurde.
Zuerst kam dieses Verschlusssystem beim Sebenza von Chris Reeve zum Einsatz, welches zunächst vollständig in Handarbeit erstellt wurde. Später stellte Reeve seine Fertigung auf CNC um und baut das Modell in verschiedenen Variationen bis heute.
Das Sage 2 ist ein Hommage an diese Innovation auf dem Messermarkt. Wie das Original wird der Griff komplett aus 6Al4V-Titan gefertigt. Die Klinge ist aus CPM-S30V, dem gleichen Stahl, der aktuell auch bei Chris Reeve zum Einsatz kommt. Sie hat einen durchgehenden Flachschliff. Die Klingenform liegt zwischen Caly3 und Native 4. Als Material für die Washer kommt hier Phosphorbronze zum Einsatz, die gegenüber den sonst oft üblichen Teflon-Washern als höherwertig einzuschätzen sind. Der Drahtclip lässt das Messer unauffällig und tief in der Hosentasche verschwinden.
Insgesamt ist das Messer zwischen den Calypso- und Native-Modellen anzusiedeln. Das bedeutet gute Ergonomie, alltagstauglich Größe und sehr gute Schnitteigenschaften. Gegenüber dem Caly3 liegt es durch den höheren Griff deutlich satter in der Hand. Ein Vergleich zum Native wurde bereits in dem früheren Beitrag gezogen.
Mit dem Sage2 ist ein äußerst hochwertiges Klappmesser entstanden, das die Vorzüge eines Titan-Framelocks mit der Ergonomie eines Spyderco-Messers verbindet und damit ein hervorragendes EDC abgibt. Gegenüber dem Vorbild ist der Preis durchaus als attraktiv einzuschätzen.







Ihr Kommentar zu diesem Beitrag ...