Diese Art von Messer gibt es in Japan schon seit mehr als einem Jahrhundert. Kinder in Japan hatten bis vor 20 Jahren noch solche Messer stets mit ihren Schreibutensilien dabei. In Europa und dem Rest der Welt hatte sich diese Art von Messer nicht richtig durchgesetzt.
Diese Klappmesser entwickelten sich vom Verriegelungsmechanismus her in eine andere Richtung. Was die Higonokami-Messer so besonders macht, ist die einfache Bauweise. Das Messer besteht nur aus 3 Hauptteilen: Klinge, Achse und Griff. Diese in Japan hergestellten Messer besitzen meist eine Klinge aus Dreilagenstahl und einen Griff aus gefaltetem Messingblech. Ich habe durch einen Bekannten eine übersetzte Bauanleitung aus Japan für diese Art von Messern bekommen. Diese Art von Messer hat sich in den Messer-Foren eine neue Anhängerschaft erkämpft. In Europa und den USA hat sich der Begriff „Friction Folder“ für das Higonokami durchgesetzt. Mein Higonokami soll trotz europäischer Materialwahl etwas vom traditionellen Aussehen besitzen.
Die Klinge ist aus D2, der Griff aus stabilisierten Mammut und Neusilber. Als Zwischenlage habe ich G10 in Orange gewählt. Gehalten wird der Griff hinten durch drei Rörchen aus Titan in 6mm Durchmesser. Die Achse ist eine Kettenblattschraube aus Titan. Sie soll den Bruch zwischen Tradition und neuen Materialien unterstreichen. Der Griff wurde im ersten Arbeitsschritt mit einem alten 60er Band auf der Bandschleifmaschine in Form geschliffen. Anschließend habe ich mit 120er und 240er Nassschleifpapier den Griff zum Finish geschliffen und poliert. Die Klinge aus D2 wurde in der eigenen Werkstatt gehärtet. Ich habe sie noch ein wenig mit einem Schleifstift bearbeitet, um sie am Rücken noch griffiger zu gestalten.
Da ich den Griff sehr rund bzw. bauchig gehalten habe, lässt das Messer sich sehr bequem halten und man kann ermüdungsfrei arbeiten. Die Klinge wird durch die Achsschraube und den exakt angepassten Rücken aus G10 fixiert, damit sich das Higonokami beim Transport nicht in der Tasche öffnet. Es verhält sich sonst nicht anders als ein sogenanntes Slipjoint oder auf deutsch Klappmesser mit Rückenfeder. Durch den verlängerten Rücken der Klinge ist das versehentliche Einklappen nicht gegeben.
Gruß Dirk Frentzel


(4 Stimmen, Durchschnitt: 3.75 von 5)




26. August 2009 um 12:49
wunderschöne arbeit, die idee mit der kettenblattschraube gefällt mit als ambitioniertes bahnrad fahrer sehr… weiter so… einfach schön
28. Januar 2010 um 10:07
Hallo Dirk,
ist es möglich, dass du mir die
Bauanleitung per Mail zukommen lässt.
Gruß Timo