Hallo liebe Messerbegeisterte,
ich möchte Euch heute den Bau eines Hirschfängers näher bringen. Zum besseren Verständnis habe ich den Werdegang mit 17 Fotos dokumentiert. Als Ausgangsmaterial für die Klinge (315/195×34x4,7mm) habe ich mich für den PM-Stahl RWL 34 entschieden. Gehärtet wird die Klinge bei 1050° C. Danach wird sie 2 x 1 h bei 220° C angelassen, was einer Härte von ca. 59 HRC entspricht. Für den Griff habe ich mich für Wüsteneisenholz und Mammutelfenbein entschieden, das mit einem 5mm-Titanpin gesichert wird. Für den Griffschutz habe ich mich ebenfalls für Titan Grade 5 entschieden das mit einem (vernieteten) 5mm-Titanpin gesichert wird.
Begonnen habe ich mit dem Zurechtsägen, Anpassen und Planschleifen der Klinge. Im nächsten Schritt wird die Klinge auf beiden Seiten mit einer Hohlkehle versehen und der erste Grobschliff(Hohlschliff) am 300er Kontaktrad angebracht. Im nächsten Stepp wird die Klinge über alle Seiten fein verschliffen. Dann geht sie zum Härten in einen Fachbetrieb der die Klinge unter Schutzgas härtet. Hier kann ich immer nur wieder Stefan Steigerwald empfehlen!
Im nächsten Arbeitsschritt wird der in der Zwischenzeit ausgesägte und mit einem Schlitz versehene Griffschutz an den Klingengriff angepasst, genau wie das Mammut-Elfenbein und das Wüsteneisenholz. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass die Übergänge sehr sauber ausgearbeitet sind, damit später im fertigen Zustand keine Spalten zu sehen sind. Dann wird der Griffschutz vernietet und der gesamte Griff angepasst. Dann werden die einzelnen Teile sauber miteinander verklebt und zur Sicherheit ebenfall noch mal vernietet. Danach wird der Griff fein geschliffen und poliert.
Für die Lederscheide kommt 4mm dickes Sattelleder zum Einsatz. Dabei dient der Hirschfänger als Schnittschablone um später eine gute Passgenauigkeit zu gewährleisten. Die einzelnen Teile werden miteinander verklebt, zwiefach vernäht, ggfl. gefärbt und punziert. Zum fixieren des Hirschfänger werden 2 Beiltaschenknöpfe benutzt und der Griff wird zusätzlich noch mit einem Lederband gesichert. FERTIG ☺
Was ich hier jetzt so schnell aufgelistet habe entspricht real etliche Stunden genauester Arbeit um zu einem solchen Unikat zu kommen. Habt bitte Verständnis dafür, dass ich nicht jeden Arbeitsschritt im Einzelnen wiedergeben kann, da ich sonst zu nichts anderem mehr käme.
Ich hoffe, Ihr hattet etwas Spaß an meinen Ausführungen und schaut mal wieder bei den Ferronauten rein.
Lieben Gruß
Reiner






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